Auf dem renommierten Salon International de l'Agriculture in Paris , Europas größter Landwirtschaftsveranstaltung, übermittelte der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Christophe Hansen , eine deutliche Botschaft der Unterstützung für den angeschlagenen französischen Weinsektor.
Bei einem Treffen mit der französischen Landwirtschaftsministerin Annie Genevard und wichtigen Vertretern der Weinindustrie bestätigte Hansen die Zuweisung von 40 Millionen Euro aus der EU-Krisenreserve zur Finanzierung der Notdestillation überschüssiger französischer Weine.
Notdestillation zur Entlastung des Marktes
Die Maßnahme ermöglicht die Rücknahme von über 1,2 Millionen Hektolitern überschüssiger Rot- und Roséweine vom Markt. Der französische Sektor kämpft seit einiger Zeit mit folgenden Problemen:
- Ein starker Rückgang der Inlands- und Exportnachfrage
- Einbrechende Preise für Wein in großen Mengen
- Gesättigte Lagerbestände vor der Ernte 2026
Die Intervention unterstützt unmittelbar den nationalen Ausstiegsplan Frankreichs aus der Weinkrise, der im Rahmen des kürzlich verabschiedeten Haushaltsgesetzes beschlossen wurde und 130 Millionen Euro für die Finanzierung struktureller Anpassungen in diesem Sektor vorsieht.
Laut Kommissar Hansen soll die Maßnahme ein vorübergehendes Marktgleichgewicht vor der Weinlese 2026 wiederherstellen und so Zeit für längerfristige Strukturreformen wie die Rodung von Weinbergen und den Sortenwechsel hin zu marktgerechteren Rebsorten gewinnen.
Strukturwandel: Jenseits der Nothilfe
Die Destillationsmaßnahme ergänzt nationale Strategien mit dem Ziel:
- Reduzierung überschüssiger Weinbergsfläche
- Förderung der Anpassung an sich wandelnde Verbraucherpräferenzen
- Unterstützung des Übergangs zu klimaresistenten Rebsorten
Der französische Weinsektor, insbesondere die Rotweinproduktion, steht aufgrund rückläufiger Konsumtrends vor strukturellen Überkapazitäten. Die Intervention ist daher nicht nur eine finanzielle Rettungsmaßnahme, sondern Teil einer umfassenderen Strategie zur Neuausrichtung.
Die Botschaft der Kommission ist eindeutig: Kurzfristige Liquiditätshilfen müssen mit einem langfristigen Strukturwandel einhergehen.
Quelle: WineNews
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