Macron befürwortet Rodung von Weinbergen, während Frankreich mit einer strukturellen Weinkrise konfrontiert ist

vineyard vine

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die umstrittene Entscheidung, unrentable Weinberge zu roden, öffentlich verteidigt und sie als notwendigen Schritt zur Sicherung der langfristigen Nachhaltigkeit der französischen Weinindustrie dargestellt.

Bei seinem Besuch der Wine Paris 2026 , einer der einflussreichsten Weinmessen Europas, bekräftigte Macron das Engagement der Regierung, die Winzer angesichts des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks zu unterstützen.

Macron betonte, dass die Weinproduktion tief in der französischen Lebensart und nationalen Identität verwurzelt sei. Er räumte jedoch ein, dass der Sektor vor beispiellosen strukturellen Herausforderungen stehe, bedingt durch sinkenden Inlandsverbrauch, veränderte Verbraucherpräferenzen und zunehmende Schwierigkeiten auf den Exportmärkten. Vor diesem Hintergrund hat die französische Regierung einen Fonds in Höhe von 130 Millionen Euro aufgelegt, um Weinbergsbesitzer zu unterstützen, die bereit sind, ihre unproduktivsten oder wirtschaftlich unrentablen Parzellen zu räumen.

Die seit Anfang Februar laufende Initiative zielt darauf ab, die chronische Überproduktion zu reduzieren und die Marktpreise zu stabilisieren. Laut Macron würde ohne diese Maßnahmen der Wert der verbleibenden Weinberge weiter sinken und selbst effiziente Erzeuger gefährden. Die Maßnahme ist nicht als Rückzug aus der Weinproduktion gedacht, sondern als strategische Neuausrichtung des Angebots, um die aktuelle und zukünftige Nachfrage zu decken.

Am stärksten betroffen sind Regionen, die traditionell mit einem hohen Absatz an günstigen Rotweinen in Verbindung gebracht werden, insbesondere Bordeaux und Languedoc. Diese Gebiete leiden am meisten unter dem rückläufigen Konsum von Alltagsrotweinen in Frankreich und im Ausland, da die Verbraucher zunehmend leichtere Weine, Weißweine, Schaumweine oder alternative Getränke bevorzugen.

Frankreich hat in den letzten Jahren bereits Notfallmaßnahmen ergriffen, darunter die Förderung der Destillation von überschüssigem Wein zu Industrieethanol. Laut dem Nationalen Verband der Weinproduzenten und -händler (CNAOC) belief sich der nationale Überschuss im September letzten Jahres auf rund 100.000 Hektar. Etwa 50.000 Hektar wurden bereits gerodet, weitere 30.000 Hektar sollen nun im Rahmen des neuen Programms erschlossen werden.

Macrons Besuch der Wine Paris 2026 hatte eine hohe symbolische Bedeutung. Der Präsident traf sich mit Erzeugern, Handelsvertretern und Ausstellern und betonte, dass die staatliche Unterstützung für den Sektor weiterhin Priorität habe. Er räumte zudem ein, dass schwierige Entscheidungen unausweichlich seien, damit französischer Wein wirtschaftlich tragfähig und international wettbewerbsfähig bleibe.

Quelle: Vinetur

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