Italiens Weinernte 2025 bleibt bei 44,3 Millionen Hektolitern stabil

harvesting grapes

Die Unione Italiana Vini hat bestätigt, dass die jüngste italienische Weinlese 44,3 Millionen Hektoliter erreicht hat, wie aus einer offiziellen Mitteilung an die Europäische Kommission hervorgeht.

Im Gegensatz zu früheren Prognosen entspricht die Produktion im Jahr 2025 nahezu perfekt der des Vorjahres und weist einen geringfügigen Anstieg von +0,7 % auf.

Nicht das Wetter, sondern gezielte Ertragsreduzierungen prägten den Jahrgang.

Anders als frühere Jahrgänge, die von Dürre, Frost oder Starkregen beeinflusst wurden, spiegelt das Volumen des Jahrgangs 2025 eine geplante Ertragsreduzierung in den wichtigsten italienischen Anbaugebieten wider. Regionale Produktionsquoten wurden bewusst eingeführt, um das Angebot zu stabilisieren und eine Marktsättigung zu verhindern.

Laut UIV-Führung waren die Maßnahmen jedoch unzureichend.

UIV-Präsident Lamberto Frescobaldi hob ein dringendes strukturelles Problem hervor:

„Nach zwei Lesejahren mit insgesamt gut 44 Millionen Hektolitern verfügen die italienischen Weingüter nun über 61 Millionen Hektoliter Wein auf Lager – 6 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Einschließlich Most steigt dieser Betrag auf fast 68 Millionen Hektoliter (+7,5 %).“

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Selbst Ernten, die zuvor als „niedrig“ galten, sind angesichts der aktuellen Nachfrage nun zu hoch. Italiens durchschnittliche Produktion der letzten zehn Jahre liegt bei 47,5 Millionen Hektolitern – ein Niveau, das unter den gegenwärtigen Marktbedingungen nicht mehr tragbar erscheint.

Steigende Lagerbestände in allen Kategorien

Das Ungleichgewicht im Lagerbestand ist besonders in bestimmten Weinsegmenten deutlich zu erkennen:

  • Sortenreine Weine: +11,3 %
  • IGT-Weißweine: +10,5 %
  • Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.): +3,6 % (31,7 Millionen Hektoliter)

Während Weine mit Herkunftsbezeichnung ein moderateres Wachstum verzeichnen, bleibt der Lagerbestand insgesamt hoch. Die Lagerbestände spiegeln eher einen rückläufigen Inlands- und Auslandsabsatz als eine Überproduktion in einer einzelnen Kategorie wider.

Exportdruck und Preisschwäche

UIV-Generalsekretär Paolo Castelletti bezeichnete die aktuelle Situation als „heikel“.

Die Warenausfuhren sind im Vergleich zu Anfang 2024, als US-Käufer ihre Importe im Vorfeld erwarteter Zölle beschleunigten, um etwa 20 % zurückgegangen. Selbst im Vergleich zu 2023 – einem relativ stabilen Jahr – hat sich die Entwicklung abgeschwächt.

Die Märkte für lose Weine verdeutlichen die Belastung:

  • Bei gewöhnlichen Weißweinen (die häufig als Basis für Schaumweine verwendet werden) sinken die durchschnittlichen Preise um mehr als 10 % .
  • Die Preise für Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) bleiben angespannt, es gibt nur wenige Preiserhöhungen und die Trends tendieren eher zu Stabilität oder einem leichten Rückgang.
  • Die Exporte in Nicht-EU-Märkte werden voraussichtlich bis 2025 um rund 7 % zurückgehen.

Ein Aufruf zur Strukturreform

Die UIV argumentiert, dass vorübergehende Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Frescobaldi plädiert für eine Reform des italienischen Weingesetzes, um ein flexibles Produktionssystem zu schaffen, das sich an die Marktgegebenheiten anpassen kann.

Zu den vorgeschlagenen Korrekturmaßnahmen gehören:

  • Senkung der Traubenerträge pro Hektar
  • Abschaffung der Ausnahmeregelungen für generische Weine
  • Angleichung der Produktionsvorgaben an die realen durchschnittlichen Erträge der letzten fünf Jahre
  • Aussetzung der Erteilung neuer Pflanzgenehmigungen (die derzeit jährlich fast 7.000 zusätzliche Hektar ermöglichen)

Die Botschaft des italienischen Weinsektors ist eindeutig: Stabilität wird nicht durch günstige Witterungsbedingungen, sondern durch strukturelle Disziplin erreicht.

Quelle: WineNews

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