Italienische Verbraucher nehmen Bio-Lebensmittel in einem noch nie dagewesenen Tempo an, was die Einzelhandelsumsätze im Jahr 2025 auf 4,44 Milliarden Euro ansteigen lässt und Nachhaltigkeit als wichtige Kraft im Lebensmittelsektor des Landes stärkt.
Neue Daten von Ismea zeigen, dass die Biokäufe im Jahresvergleich um 9,2 % gestiegen sind, wobei Supermärkte, traditionelle Einzelhändler und Hypermärkte alle von einer stärkeren Verbrauchernachfrage profitierten. Eine Kategorie kämpft jedoch weiterhin gegen den allgemeinen positiven Trend: Bio-Wein.
Während die meisten Bio-Lebensmittelsektoren im Jahr 2025 ein solides Wachstum verzeichneten, gingen die Umsätze mit Bio-Wein und Bio-Schaumwein wertmäßig um 0,1 % und mengenmäßig um 1,9 % zurück. Der Rückgang verdeutlicht eine anhaltende Diskrepanz zwischen der Ausweitung des Bio-Lebensmittelkonsums und dem Kaufverhalten der Verbraucher in der Weinkategorie. Trotz zunehmenden Umweltbewusstseins macht Bio-Wein immer noch nur einen geringen Teil des gesamten Lebensmittel- und Getränkemarktes Italiens aus.
Das stärkste Wachstum im Bio-Segment kam von Milchprodukten, deren Ausgaben um 17,7 % stiegen, unterstützt durch eine erhöhte Nachfrage nach Frisch- und Hartkäse. Obst und Gemüse blieben ebenfalls wichtige Treiber des Bio-Konsums, während Eier und Getreideprodukte sich nach schwächeren Leistungen im Jahr 2024 weiter erholten. Analysten gehen davon aus, dass dies eine strukturelle Veränderung der Verbrauchergewohnheiten widerspiegelt und keinen vorübergehenden inflationsbedingten Trend.
Dem Bericht zufolge sind die Italiener zunehmend bereit, konsequent Bio-Produkte zu wählen, insbesondere in Kategorien, die mit Gesundheit, Frische und täglichem Konsum verbunden sind. Diese Veränderung zeigt sich im Anstieg der gekauften Mengen in vielen Produktgruppen, einschließlich Gemüse (+8,8 %), Milchprodukte (+8,2 %) und Eier (+9 %).
Bio-Wein scheint jedoch unterschiedlichen Verbraucherdynamiken ausgesetzt zu sein. Obwohl der italienische Gesamtmarkt für Stillwein und Schaumwein im Jahr 2025 um 1,6 % wuchs, konnte Bio-Wein an dieser Expansion nicht teilhaben. Branchenbeobachter vermuten, dass Verbraucher bei der Weinauswahl immer noch Markenbekanntheit, Appellation oder Preis der Bio-Zertifizierung vorziehen. In einem wettbewerbsintensiven und preissensiblen Markt reicht die Bio-Positionierung allein möglicherweise noch nicht aus, um stärkere Weinverkäufe anzukurbeln.
Die Zusammensetzung des italienischen Bio-Einkaufskorbs ist in den letzten Jahren relativ stabil geblieben, wobei Obst und Gemüse mit 42,7 % der gesamten Bio-Ausgaben den größten Anteil ausmachten. Milchprodukte haben ebenfalls stetig an Bedeutung gewonnen und erreichten 2025 einen Anteil von 24,3 % am Bio-Korb. Frische Produkte profitierten von einem starken Mengenwachstum und stabilen Preisen, was die Verbraucher dazu ermutigte, häufiger Bio-Produkte zu kaufen.
Auch die Einzelhandelskanäle entwickeln sich weiter. Supermärkte bleiben der dominante Absatzkanal für Bio-Produkte und erzielten einen Umsatz von fast 1,65 Milliarden Euro. Traditionelle Einzelhandelsgeschäfte verzeichneten jedoch eine deutliche Erholung, was darauf hindeutet, dass Verbraucher zunehmend diversifizieren, wo sie einkaufen. Dieser Trend weist auf ein wachsendes Gleichgewicht zwischen Bequemlichkeit, lokalen Einkaufsgewohnheiten und Produktqualität hin.
Discounter bauten ihr Bio-Angebot weiter aus, obwohl sich das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamte. Hypermärkte behielten ihre positive Dynamik bei, wobei die Bio-Umsätze um 5,1 % stiegen. In allen Kanälen zeigt sich der italienische Bio-Sektor zunehmend reif und widerstandsfähig, unterstützt von Verbrauchern, die Nachhaltigkeit in ihre täglichen Kaufentscheidungen integrieren.
Trotz der Herausforderungen, denen sich Bio-Wein gegenübersieht, bleiben die breiteren Aussichten für den italienischen Bio-Markt äußerst positiv. Die fortgesetzte Ausweitung von Lebensmittelkategorien, die mit Gesundheit, Nachhaltigkeit und Qualität verbunden sind, zeigt, dass der Bio-Konsum zu einem zentralen Pfeiler des italienischen Einzelhandels wird, auch wenn sich einige Sektoren langsamer anpassen als andere.
Quelle: WineNews
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